Leihmutterschaft – illegal in Deutschland

Homosexuelle Paare LeihmutterschaftBekannt aus amerikanischen Filmen aber in Deutschland illegal: Leihmutterschaft. Genau gesagt ist die ärztliche Betreuung einer Leihmutterschaft illegal. Die austragende Frau, die den "Auftrag" vergebene Familie werden gesetzlich nicht geahndet. Weiter ist die Vermittlung von Leihmüttern verboten.
Prinzipiell gibt es für Menschen, die auf privatem Wege eine Leihmutterschaft suchen, zwei Möglichkeiten. Einmal kann kann das Erbgut des kinderlosen Paares in Form einer befruchteten Eizelle der Leihmutter eingepflanzt werden. Eine andere Möglichkeit ist, die Eizelle der Leihmutter mit den Spermien des Mannes der beauftragenden Familie zu befruchten.
 

Leihmutterschaft – Verbot in Deutschland

Gleichgeschlechtliche Paare mit Kinderwunsch können ihrem Anliegen auf unterschiedliche Weise nachgehen. Eine Möglichkeit bietet die Leihmutterschaft, die allerdings in Deutschland laut §1, Abs. 1 Embryonenschutzgesetz grundsätzlich verboten ist:

„Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer […] es unternimmt, bei einer Frau, welche bereit ist, ihr Kind nach der Geburt Dritten auf Dauer zu überlassen (Ersatzmutter), eine künstliche Befruchtung durchzuführen oder auf sie einen menschlichen Embryo zu übertragen.“

 

Leihmutterschaft widerspricht Grundgesetz

Generell ist Leihmutterschaft mit der im Grundgesetz verankerten Leitlinie der Menschenwürde nicht vereinbar. Schwierigkeiten können vor allem entstehen, wenn die austragende Frau Muttergefühle entwickelt und Ansprüche auf das Kind stellt. Verträge mit Frauen, die sich auf einen Leihmutterschaft einlassen sind in den meisten Ländern rechtlich unwirksam, in denen Leihmutterschaft nicht verboten ist.
Strafrechtlich verfolgt wird in Deutschland auch der Versuch, für Leihmutterschaft zu werben oder Frauen für die Austragung zu vermitteln.
Eine Alternative bietet hierbei nur noch das Ausland. Allerdings sind auch die Regelungen in den jeweiligen Ländern, in denen Leihmutterschaft nicht explizit verboten ist, unterschiedlich.


Leihmutterschaft im Ausland

Land Bestimmungen
Großbritannien

- Leihmutterschaft ist nicht verboten
- Bezahlung der Leihmutter ist verboten
- vereinbarte Verträge auf Leihmutterschaft sind gegenstandslos
- Vermittlungsverbot

 Niederlande

- Leihmutterschaft ist nicht verboten
- vertragliche Absprachen zur Leihmutterschaft sind verboten
- öffentliche Suche und Ausschreibung von Leihmutterschaftsdiensten sind strafbar

 Spanien     - Leihmutterschaft ist nicht verboten
- Verträge auf Leihmutterschaft sind gegenstandslos
- Handel mit Präembryonen (Embryo vor Implantation in die Gebärmutterschleimhaut) ist verboten
 Belgien - Leihmutterschaft ist nicht verboten
- keine weitere Regelung bekannt
 Griechenland  - Leihmutterschaft ist nicht verboten
- Bezahlung der Leihmutter ist verboten
- gerichtliche Zustimmung des Antrags der künftigen sozialen Mutter
- Voraussetzung: Austragungsunfähigkeit der Antragstellerin, Prüfung des gesundheitlichen Zustandes der Leihmutter, permanenter Wohnsitz der Wunscheltern und der Austragenden in Griechenland
- schriftliche Zustimmung der Austragenden und der sozialen Eltern
 USA (in einigen Staaten, z.B. Kalifornien, Minnesota) - Leihmutterschaft ist nicht verboten
- Vermittlung von Leihmüttern durch entsprechende Agenturen
- Leihmutterschaftsverträge und Bezahlung sind erlaubt
- Hilfe bei Einbürgerung des Kindes in dem jeweiligen Heimatland durch die Agenturen

 

Leihmutterschaft im Ausland: teuer und riskant

Entscheidet sich ein Paar, ob gleichgeschlechtlich oder heterosexuell, für eine Leihmutter aus dem Ausland, so muss es in einigen Ländern mit Kosten von mehreren zehntausend Euro rechnen. Zusätzlich erschwert die deutsche Gesetzeslage die Einreise des Kindes nach Deutschland. Generell erhalten Kinder, die von Leihmüttern im Ausland ausgetragen wurden und deren künftige soziale Eltern in Deutschland wohnhaft sind, keine deutsche Staatsangehörigkeit. Für heterosexuelle, verheiratete Paare besteht theoretisch die Möglichkeit, das Kind zu adoptieren. Nach erfolgreichem Ablauf des Adoptionsverfahrens sind beide Partner die gesetzlichen Eltern des Kindes. Gleichgeschlechtliche Paare können dagegen keine gemeinsame Adoption für das Kind beantragen. Es ist jedoch möglich, als Einzelperson zu adoptieren. Allerdings werden verheirate, heterosexuelle Paare bei Adoptionen im Allgemeinen bevorzugt, da sie mehr Sicherheiten für den Unterhalt bieten können und erfahrungsgemäß belastbarer sind als Einzelpersonen. So ist die Entscheidung, als schwules Paar über eine Leihmutter im Ausland ein Kind zu bekommen mit vielen Unsicherheiten verbunden, die rechtliche und emotionale Hindernisse beinhalten.

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